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Dementengerechte Wohnraum- und Umgebungsgestaltung

In welcher Weise die Einschränkungen von Menschen mit Demenz beim Wohnen zu berücksichtigen sind erlebten wir zum einen vor Ort, zum anderen durch Roxann Johnsons Vortrag.

Zunächst einiges zum Iris-Murdoch-Gebäude des Dementia Care Center. Den Architekten war die Auflage dementengerechter Gestaltung gemacht worden.

In seiner Struktur ist das Gebäude klar gegliedert und gut überschaubar.

Da Alzheimerkranke im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr so gut dreidimensional sehen und denken können, sind zur Orientierung alle Fußböden im Haus in blauer 'Farbe gehalten, Treppen sind hellblau gesäumt.

Alle Wegweiser in und um das Gebäude enthalten sowohl Beschriftung als auch Logos. Darüber hinaus sind den Bereichen bestimmte Farben zugeordnet. Für Toiletten ist das z.B. die Farbe rot, in der entsprechenden Farbe strahlen die Toilettenbrillen und Deckel tatsächlich.

Wenn der Kranke morgens in seinem dementengerechten Zimmer aufwacht, so fällt sein Blick als erstes auf die offene Badezimmertüre mit der Toilette. In der Küche sind alle Schranktüren aus Glas, sodass von außen sichtbar ist, was wo aufbewahrt wird.

 Dementengerechte Gestaltung eines US-amerikanischen Heimes

Roxann Johnson, die mit ihrem Ehemann Prof. Chris Johnson sowie 10 Studierenden aus den USA angereist war, ist eine erfolgreiche Beraterin. An verschiedenen Stellen ihrer Vorträge wird deutlich, dass sie sich an die Stelle derer versetzt, für die sie arbeitet. An die Zuhörer verteilt sie heute gelbe Filter, die es ermöglichen, die Welt durch die Augen eines hochaltrigen Menschen zu sehen: diffus und gelblich eingefärbt. Anhand von Bildern des Flora Deen Martin Alzheimer's Care Center in Oklahoma City demonstriert sie, was beim Wohnen von Menschen mit Demenz alles zu berücksichtigen ist. Unendlich viele verschiedene Ideen wurden in diesem Heim und der Tagespflege verwirklicht, die teils zur Nachahmung empfohlen werden können, teils zu diskutieren wären, auf jeden Fall aber zum Weiterdenken anregen. Eine wichtige Rolle spielt der biographische Aspekt. So sitzen die Menschen in den Südstaaten der USA abends gerne im Schaukelstuhl auf der Veranda, eine Gewohnheit, die sie im Heim fortsetzen können.

Großen Stellenwert hat die Erinnerungsarbeit.
Quelle  http://www.epworthvilla.com/livingcenters3.html
Alte Gewohnheiten pflegen können: der Blick in den Briefkasten hat zur täglichen Routine gehört. Der Garten lädt zu einem kleinen Spaziergang ein ohne zu verwirren.

Roxann Johnson empfiehlt das bereits 1997 erschienene Buch von Elizabeth Brawley: “Designing for Alzheimer’s Disease”. Denjenigen, die lieber etwas in deutscher Sprache zum 'Thema nachlesen wollen seien die Schriften des Demenz-Support Stuttgart empfohlen (www.demenz-support.de und info@demenz-support.de (c/o Ulrike Fischer).

BBS