|
|
Technologiegestütztes Wohnen Unter den ca. ein Dutzend Tagesausflugsangeboten für den Mittwoch, den 21. Juli 2004 hatte ich mich zusammen mit zwei anderen Teilnehmer/innen für einen Besuch beim South Lanarkshire Council entschieden um etwas über die „Dementia Technology Initiative“ zu erfahren. Technologiegestütztes Wohnen interessiert mich; denn ich wollte wissen, ob es eine gangbare Möglichkeit ist, demenzkranke Menschen mit vergleichsweise geringen Kosten länger in ihrer eigenen Häuslichkeit belassen zu können. Schließlich kommt dies nicht nur den Bedürfnissen vieler Älterer entgegen sondern könnte auch positive Wirkungen für die Erhaltung der geistigen Fähigen haben. Bei der Projektvorstellung im Dewar House Hamilton durch Christine Calder, Resource Worker bei den „Older People’s Services“, erfuhren wir, dass für Menschen mit Demenz bereits viel unterstützende Technologie serienmäßig angeboten wird. So gibt es z.B. Sicherheitssysteme, die Kocher ausschalten, Screens können die Menschen an den Wochentag erinnern und daran, was sie zu tun haben; Menschen können mithilfe von Videokameras bewacht werden; durch Bildtelefone ist es möglich, in Kontakt zu bleiben; Überwachungs- und Alarmsysteme können Pflegende schnell über potentiell gefährliche Situationen informieren.
An dem Projekt nehmen 10 zuhause lebende demente bzw. geistig behinderte Menschen teil, zwei der Teilnehmer hätten ohne die Technologie Pflege rund um die Uhr gebraucht. Das Budget beträgt 20 000 £ (30 000 €) für Hardware und Installation, Beratung und Training sowie Anpassung der Ausstattung. Man weiß bei den „Older People’s Services“, dass dem Einsatz von Technologie nicht nur ethische Bedenken entgegengebracht werden, sondern dass auch die Furcht besteht, sie könnte menschliche Zuwendung ersetzen. Es wird deshalb betont, dass Technologie Teil eines umfassenderen Bündels von angebotenen Diensten ist und jeweils sehr speziell auf die jeweilige individuelle Situation zugeschnitten sein muss. So wird in einem Fall der Alarm nicht in die Zentrale, sondern auf das Handy des Sohnes, der in der gleichen Straße wohnt, übertragen. Bisher konnten unter anderem folgende wichtige Erkenntnisse gewonnen werden:
Am Nachmittag besuchten wir das Lanarkshire 24hr Control Centre.
Die Verantwortlichen für die Studie geben Skeptikern einen Ausspruch von Mary Marshall, der Direktorin des Dementia Services Development Center zu bedenken: „Einige Helfer weigern sich, Technologie in Betracht zu ziehen, weil Menschen mit Demenz sie nicht verstehen können und ihr deshalb nicht zustimmen können. Es ist sonderbar, dass stets der Technologie gegenüber ethische Bedenken angebracht werden, es jedoch kaum Bedenken gibt wegen verschlossener Türen oder Neuroleptika“.
|