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Palliativpflege

Menschen mit Demenz erhalten kaum Palliativpflege weil es schwierig ist, eine Aussage über den Eintritt der terminalen Phase zu treffen und die noch verbleibende Lebensdauer abzuschätzen. Laut Dr. Dickson vom Queen Mary Hospital, Dunfermline, kann das Endstadium der Krankheit daran erkannt werden, dass Ängste schlimmer werden. Von da an können noch zwei Jahre bis zum Tod vergehen. Dehydratation in dieser Phase ist nicht schmerzhaft. Enterale Ernährung bringt keine Verbesserung der Lebensqualität, auch gibt es dadurch nicht weniger Aspirationen. Wiederbelebungsversuche sind selten erfolgreich. Eine nützliche Intervention ist hingegen das mit menschlicher Zuwendung verbundene Essen Reichen mit dem Löffel, Schlucken ist die letzte Fähigkeit des Demenzkranken.

Insgesamt geht es darum, den Demenzkranken einen guten Tod zu verschaffen der frei von Leiden ist für alle. Bestandteile sind: Schmerzmanagement, klare Entscheidungen, offene Kommunikation und die Organisation von Pflegeplänen. Ein wesentliches Hindernis ist, die Vergeblichkeit der Behandlung zu erkennen.

Insgesamt fordert Dr. Dickson folgendes:

  • Ehrlichkeit bei der Kommunikation und Prognose. Dr. Dickson plädiert dafür, Betroffenen und Angehörigen die Alzheimer-Diagnose so früh wie möglich mitzuteilen, damit diese rechtzeitig autonome Entscheidungen treffen können,

  • Evidenz und Ausbildung hinsichtlich der Interventionsmöglichkeiten,

  • Strategien zum Erkennen von Schmerzen,

  • Unterstützung der Pflegenden während der Sterbephase.

In der anschließenden Diskussion ging es um die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr während der Sterbephase. Dabei wurde deutlich, dass die Briten und Amerikaner eine weniger strikte Haltung einnahmen als unsere deutschen Ärzte Eine entscheidende Rolle spielt der Wille der Betroffenen. Dem inneren Konflikt, der sich bei Pflegenden und Angehörigen beim Aussetzen von Nahrungszufuhr einstellt, ist entgegenzusetzen, dass dies Teil des Sterbens ist und man den Sterbeprozess als eine Phase des menschlichen Lebens akzeptieren muss.