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Handbuch

„Home from Home“ Adult Placement Scheme
2003/2004

 

Inhaltsverzeichnis

                               Ziele                                                                                                

Inhalte                                                                                            

                        Kriterien und Verfahren                                                                  

                        Rechte und Ansprüche der Gäste                                                    

                        Bericht über die Gäste                                                                     

                        Auswahl der Betreuerinnen                                                             

                        Einführung in das Betreuungsmodell                                                          

                        Rolle und Kompetenzen der Home from Home Betreuerinnen      

                        Unterstützung und Begleitung der Betreuerinnen                          

                        Der Betreuervertrag                                                                     

                        Fortbildung und Entwicklung der Betreuerinnen                           

                        Qualitätssicherung                                                                           

                        Beschwerdeverfahren                                                                                  

                        Finanzielle Informationen                                                                

                        Verhalten in einem Notfall                                                              

                        Grundsätze und Verfahrensweisen                                                 

                        Schlussbemerkung                                                                           

 

Ziele

Home from Home bietet Menschen mit einer diagnostizierten Demenz die Möglichkeit, den Tag in einer kleinen Gruppe in einem normalen Zuhause zu verbringen, eingebunden in alltägliche und neue Aktivitäten. Für die Angehörigen bedeutet Home from Home einen Tag Erholung.

Home from Home ist Teil einer Angebotspalette, die es den Nutzern ermöglicht, so lange es geht in ihrer eigenen Wohnung zu bleiben, unter Beachtung von Gesundheit und Sicherheit.

Inhalte

  • Angemessene Unterstützung für Menschen mit Demenz unter Beachtung ihrer Gesundheit und Sicherheit anzubieten, damit sie so lange sie wünschen Zuhause bleiben können.

  • Eine Tagesbetreuung für Menschen in Demenz in einer kleinen Gruppe, in einem normalen Zuhause, an einem bis vier Tagen pro Woche anzubieten.

  • Partnerschaftlich mit den Angehörigen zusammenzuarbeiten, mit geregeltem Kontakt, der geregelten Weitergabe von Informationen und dem Angebot zur Unterstützung, so dass Vertrauen und Zuversicht allmählich aufgebaut werden können.

  • Von den Angehörigen etwas über die persönliche Geschichte des Gastes, seiner Biografie, seinen täglichen Gewohnheiten und Interessen zu erfahren.

  • Den Gästen eine erstklassige Unterstützung anzubieten, die ihre Bedürfnisse und Werte beachtet und sie als Individuen akzeptiert.

  • Jeden Gast mit Respekt und Würde zu behandeln und ihn in seiner Unabhängigkeit zu unterstützen.

  • Herausforderndes Verhalten als Mittel der Kommunikation zu betrachten und den Gast zu unterstützen, während man versucht herauszufinden, was er damit ausdrücken will.

  • Den Angehörigen ein paar Stunden Pause zu ermöglichen, in denen sie anderen Aktivitäten nachgehen und ihre Energien auftanken können.

  • Die Gäste in Aktivitäten des täglichen Lebens einzubinden und ihnen zu helfen, gewohnte Fähigkeiten zu erhalten und neue zu lernen, die ihren Möglichkeiten und Wünschen entsprechen.

  • Durch Beziehungen, die in einer kleinen Gruppe entwickelt und genährt werden, die soziale Stimulation und Selbstachtung zu fördern.

  • Die Betreuer/innen in den Haushalten (AP Carers) durch Training und Unterstützung zu befähigen, ihren Gästen eine hohe Betreuungsqualität anbieten zu können. 

Inhaltsverzeicnnis

 

Kriterien und Verfahren

 

Unsere erste Aufgabe besteht darin, herauszufinden, ob der potentielle Gast unseren Kriterien entspricht. Jeder muss eine durch einen Arzt oder Psychogeriater diagnostizierte Demenz haben. Gelegentlich kann es möglich sein, Personen mit einer anderen psychischen Krankheit zu akzeptieren, solange die anderen Gruppenmitglieder dadurch nicht beeinträchtigt werden.

 

Das zweite Kriterium besteht darin, herauszufinden, ob der Gast mit unserem speziellen Angebot glücklich wird und ob es für ihn geeignet ist. Dies beobachten wir sehr sorgfältig, besonders während der ersten zwölf Wochen. Unsere Grundphilosophie besteht darin, bestimmte Verhaltensweisen als Versuch zur Kommunikation zu verstehen und den Gästen Entspannung und den Abbau von Ängsten zu ermöglichen. Wir unterstützen sie darin, sich selbst und die Veränderungen, die mit ihnen passieren, zu akzeptieren. Nach unseren Erfahrungen erleichtern die kleinen, unterstützenden Gruppen diesen Prozess.

 

Dennoch hat es sich als günstig herausgestellt, wenn die Gäste bereits in einem frühen Stadium der Erkrankung zu uns kommen, damit die Betreuerinnen die individuelle Persönlichkeit gut kennen lernen können. Die Betreuung basiert dann auf einer vertrauensvollen Beziehung und fundiertem Wissen um die Person, was sehr nützlich ist,  wenn Sprache und Fähigkeiten immer mehr beeinträchtigt werden.

 

Das Projekt bemüht sich sehr darum, einen Dienst anzubieten, der den Bedürfnissen der Nutzer entspricht. Von erheblicher Bedeutung ist es deshalb, die geeigneten Räumlichkeiten zu finden. Wenn jedoch das Angebot begrenzt und die verfügbaren Plätze knapp sind, ist es nicht immer möglich, auszuwählen. Die folgenden Faktoren werden jedoch gewöhnlich berücksichtigt:

  • Art und Übersichtlichkeit der Räumlichkeit (z.B. wie der Eingang ist und ob sich die Toiletten auf gleicher Ebene befinden)

  • Die Lage der Räumlichkeit (wegen der Fahrzeiten)

  •  Verfügbarkeit/Bedarf (wie viele und welche Tage werden nachgefragt)

  • Ähnliche Interessen und Hobbys erleichtern gemeinsame Aktivitäten

  • Spirituelle Aspekte: Beachtung der religiösen Einstellung des Gastes. Sind sie bereit, diese zu respektieren und zu unterstützen, z.B. durch eine spezielle Kost?

  • Rasse, Geschlecht und kulturelle Faktoren

  • Sozioökonomische Faktoren: wird es Probleme geben, wenn ein Gast an einen Ort mit höherem oder geringerem Lebensstandard kommt?

  • Lebensstil: Beachtung der Gewohnheiten, z.B. ob der Gast raucht oder ob er Haustiere mag und wie das berücksichtigt werden kann.

  •  Angehörige: Es ist wichtig, dass deren Einstellung mit dem der Betreuerinnen (AP Carer) übereinstimmt.

Inhaltsverzeicnnis

 

Rechte und Ansprüche der Gäste (Service User)

 

Das Modell berücksichtigt, dass Personen, die den Tag im Haus einer Betreuerin verbringen, die gleichen Rechte und Ansprüche an ein normales Leben in der Gemeinschaft haben wie jeder andere Bürger. Die nachfolgend in Kursiv geschriebenen Basisprinzipien sollen die Rechte der Gäste verdeutlichen.

 

Würde

 

Sie haben das Recht,

  • jederzeit mit Würde und Respekt behandelt zu werden und

  • sich der ganzen Bandbreite sozialer Beziehungen erfreuen zu können.

 

Die Würde der Gäste zu beachten bedeutet, dass niemals in ihrer Anwesenheit in der 3. Person über sie gesprochen wird und ihre Auffassungen und Wünsche immer beachtet werden. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gäste soll unterstützt und die erforderliche Pflege mit Würde durchgeführt werden. Dies erfordert eine saubere und sichere Ausstattung in einer angenehmen Umgebung und die einfache Erreichbarkeit von Bad und Toilette, die die Privatsphäre schützen.

 

Es wird den Betreuern empfohlen, ein Angebot an Ersatzkleidung für den Notfall vorzuhalten.

 

Es wird garantiert, dass der Gast die erforderliche pflegerische Grundversorgung durch die Gemeindeschwester weiter erhalten kann, einschließlich der Medikamentenvergabe.

 

Eventuell auftauchende besondere Gesundheitsprobleme müssen den Projektmitarbeitern berichtet werden.

 .

Privatheit

 

Sie haben das Recht,

  • dass Ihre Privatsphäre und Ihr Eigentum respektiert und

Sie nicht durch unnötige Zudringlichkeit belästigt werden.

 

Es sollte gewährleistet werden, dass jede Person auch die Möglichkeit hat, alleine zu sein, wenn sie dies möchte.

 

Für die Gäste ist es wichtig, dass ihre pflegerischen Bedürfnisse unverzüglich, kompetent und vertraulich erledigt werden. Deshalb muss ein Raum bereitstehen, in den sich die Gäste zurückziehen können und in dem ihre Intimsphäre respektiert wird.

 

Die Gäste sollen die Möglichkeit bekommen, Einsicht in über sie geführte Akten zu haben und an jeder sie betreffenden Besprechung teilzunehmen. Sie müssen die Möglichkeit haben, mit Ärzten oder anderen Professionellen unter vier Augen zu sprechen. Sie müssen außerdem Zugang zu einer externen, unabhängigen und vertrauensvollen Beschwerdestelle und einer Rechtsberatung haben.

 

Informationen über die Gäste dürfen nicht ohne deren Einverständnis weiter gegeben werden. Mit besonderer Aufmerksamkeit ist zu beachten, wie viele Informationen den Angehörigen ohne Wissen der Gäste zugänglich gemacht werden.

Andererseits müssen die Gäste akzeptieren, dass die Home-from-Home-Betreuerinnen, die während der Betreuungszeit die Verantwortung für ihre Pflege, Unterstützung und Begleitung übernommen haben, auch zuverlässige Informationen über vorhandene Risiken benötigen: z.B. ob der Gast eine Epilepsie hat oder ob er in der Vergangenheit gewalttätig war. Wenn der Gast nicht bereit ist, solche Informationen mitzuteilen, müssen Sozialarbeiter/in und Projektmitarbeiter darüber beraten, ob die Option auf einen Betreuungsplatz zurückgezogen werden muss.

 

Das Betreuungsmodell ist sehr gemeinschaftsbezogen und die Gäste werden in die Familiengemeinschaft aufgenommen. Es ist deshalb von höchster Bedeutung, dass zu jeder Zeit Diskretion gewahrt wird.

 

Wahlmöglichkeit

 

Sie haben das Recht,

  • über verschiedene Angebotsmöglichkeiten informiert zu werden aber es steht Ihnen frei, die Angebotsmöglichkeiten zu nutzen oder nicht.

  • dass ein „akzeptables Risiko“ ermöglicht und in Ihre Autonomie so wenig wie möglich eingegriffen wird.

 

Das gesamte Angebot an Home-from-Home-Häusern soll aufgezeigt und über die Einzelheiten bereitwillig informiert werden, damit eine echte Wahlmöglichkeit gegeben ist.

 

Da Home-from-Home so weit als möglich auf die unterschiedlichen individuellen Bedarfe der Gäste eingehen möchte, sollte auch eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten angeboten werden. Die Betreuerinnen machen zwar einen Plan und bieten an jedem Tag bestimmte Aktivitäten an, ob diese aber durchgeführt werden entscheidet letztendlich die Gruppe anhand der individuellen Vorlieben der einzelnen Mitglieder. Am besten scheinen die Tage zu laufen, an denen Dinge wie selbstverständlich, spontan und mit wenig wahrgenommener Unterstützung passieren. Aber „es ist harte Arbeit, damit es so einfach aussieht.“

 

Es wird angenommen, dass die Gäste auf sich selbst achten und sich pflegen können, solange sich nicht das Gegenteil zeigt. Sie mögen einige Zeit dafür benötigen und die sollen sie auch bekommen. Das oberste Ziel ist es, die Gäste darin zu unterstützen, soviel Autonomie und Selbstbestimmung zu bekommen, wie es ihren Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Es kann mitunter eine schwere Arbeit sein, den Gästen zu helfen, ihre Wünsche und Vorlieben zu äußern. Im Ergebnis sollen die Gäste während ihres Aufenthaltes Einfluss auf alle sie betreffenden Entscheidungen haben.

 

Unabhängigkeit basiert auf einem gewissen Grad an kalkuliertem Risiko, dass einem Menschen auch bei Hilfebedürftigkeit zugestanden werden muss. Wie ein „akzeptables Risiko“ zu begründen ist, hängt immer von den individuellen Umständen ab. Es muss aber explizit definiert werden, sowohl als Absicherung der Unabhängigkeit für das Individuum als auch als Schutz für die Betreuerinnen. Es muss als eine erste Empfehlung umschrieben sein und regelmäßig überprüft werden.


Schutz und Sicherheit

 

Sie haben das Recht,

  • sich in allen Aspekten Ihres Lebens sicher und geschützt zu fühlen, das betrifft auch  Gesundheit und Wohlbefinden.

  • sich sicher zu fühlen ohne überbehütet zu werden und

  • nicht ausgenutzt oder missbraucht zu werden.

 

Die Gäste sollen sich während ihres Aufenthaltes sicher fühlen. Ängste und Befürchtungen sollen möglichst immer wahrgenommen und abgemildert werden. Es sollte aber beachtet werden, dass Überbehütung und übertriebene Sorge um die Sicherheit eine Rechtsverletzung gegenüber den Gästen darstellen kann.

Eine fundierte Risiko-Einschätzung sollte schriftlich formuliert vorliegen, bevor der Gast das Haus besucht. Jede Veränderung sollte, aus Sicht der individuellen Bedürfnisse des Gastes betrachtet, dokumentiert werden. Es besteht die Möglichkeit, über die Gesundheits- und Sicherheitsauflagen mit einem Therapeuten zu beraten und sie gegebenenfalls anzupassen sowie die erforderliche Ausrüstung zu bekommen. Notfallmaßnahmen, wie eine Evakuierung im Fall eines Feuerausbruchs, werden mit dem zuständigen Projektmitarbeiter besprochen. Die Rauchmelder werden monatlich überprüft und dies im Tagebuch protokolliert.

 Die Möglichkeiten ausschöpfen

Sie haben das Recht, die Gelegenheit zu bekommen,

  • alles zu tun was Sie können,

  • Ihre verfügbaren Ressourcen voll zu nutzen und

  • das Beste aus Ihrem Leben zu machen.

Die Grundhaltung unserer Vorstellung von Gastlichkeit beinhaltet die Einladung an den Gast, sich wertgeschätzt, respektiert und als Mitglied der Familie zu fühlen. In einer kleinen Gruppe ist genügend Zeit, den Gästen zuzuhören und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihre Meinungen und Sichtweisen Bedeutung haben. Ein Gefühl von Würde ist abhängig von der Möglichkeit, nicht nur von anderen zu empfangen, sondern auch zu geben. Das kann eine tatkräftige Unterstützung sein, z.B. bei Mithilfe als Haushaltsarbeiten oder darin bestehen, einen Rat oder eine Erfahrung mitzuteilen. Der Erfolg kann daran gemessen werden, in welchem Ausmaß es gelingt, die Gäste zu einer lohnenden gegenseitig unterstützenden Beziehung zu befähigen.

Es sollte für jeden Gast ein Gesamtplan entwickelt werden, um ihm zu helfen, seine Lebensziele zu erreichen oder zu erhalten. Für jeden Gast soll sich Zeit genommen werden, um mit ihm zu besprechen, welche Art der Beschäftigung er mag und was er an diesem Tag tun möchte.

Es ist wichtig, dass Gäste die Möglichkeit bekommen, je nach Wunsch Freizeit- oder soziale Aktivitäten zu betreiben und in familiäre oder neue Aufgaben eingebunden zu werden. Viele möchten Anschluss an ein Leben mit Gemeinschaftsbezug, z.B. den Besuch von Kindern oder den Kontakt zu Haustieren. Dies können wertvolle und stimulierende Erfahrungen für die Gäste sein.

Gleichheit und Verschiedenheit

Sie haben das Recht,

  • ein unabhängiges Leben zu führen, voller Entschlusskraft, Bedeutung und Erfüllung;

  • dass Ihr ethnischer Hintergrund, Ihre Sprache, Kultur und Glaube respektiert werden;

  • gleich behandelt und in einer Umgebung versorgt zu werden, die frei ist von Einschüchterung, Belästigung und Diskriminierung;

  • sich wirksam und ohne Furcht vor Nachteilen zu beschweren.

 Der ethnische, kulturelle, soziale und religiöse Unterschied der Gäste ist zu beachten. Sie sollen Gelegenheit bekommen, ihre religiösen und politischen Überzeugungen auszudrücken und ihnen nachzugehen. Dies kann bedeuten, bestimmte Diäten und Kleidervorschriften zu beachten und es zu ermöglichen, dass Gebete in Ruhe und Zurückgezogenheit verrichtet werden können.

 Es hängt vom Geschick der Betreuerinnen ab, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Persönlichkeiten auf eine sensible Art und Weise auszugleichen. Aufkommende Schwierigkeiten sollten mit dem zuständigen Projektmitarbeiter besprochen werden.

Bericht über die Gäste

Eine umfassende Einschätzung über das Wohlbefinden der Gäste im Haus der Betreuerin erfolgt nach zwölf Wochen. Das Ergebnis wird unter Einbindung der Projekt-Mitarbeiterin besprochen und im Joint Dementia Iniative-Büro dokumentiert. Eine vollständige Kopie des Berichts wird an die zuständige Sozialarbeiterin und an die Angehörigen geschickt. Es wird erwartet, dass Besonderheiten oder wichtige Ereignisse täglich aufgeschrieben und in den Berichten berücksichtigt werden. Diese Unterlagen sind eine wichtige Grundlage für die Pflegeplanung, die erforderlich ist, um jeden Gast so gut wie möglich zu betreuen. Wenn es keine wichtigen Veränderungen gibt, wird der nächste Bericht nach einem Jahr erstellt. Von den Betreuerinnen wird erwartet, dass sie bei den Fallkonferenzen über die Gäste anwesend sind und über wichtige und aktuelle Informationen berichten. Häufig kommentieren die Angehörigen die Auswirkung der Krankheit und sind völlig überrascht darüber, auf welche Art und Weise die Kranken den Tag in dem Betreuungshaushalt verbringen. Es ist deshalb wichtig, dass den Angehörigen wichtige Ereignisse mitgeteilt werden, entweder durch den freiwilligen Fahrer oder durch ein kurzes Telefonat bzw. eine Notiz. Auch Fotos können die Ereignisse gut für die Angehörigen dokumentieren. Ein während des Tages vom Gast angefertigter Gegenstand sollte aber nur dann mit nach Hause gegeben werden, wenn der Gast dies möchte. Es ist wichtig sich bewusst zu machen, welche Wahrnehmung die Angehörigen über die angefertigten Gegenstände haben könnten.

Der jährliche Bericht verfolgt auch das Ziel, die Ansichten und Meinungen von Angehörigen, Betreuern und Gästen zu integrieren. Die Meinung der einzelnen Gäste wird durch den Gruppenfokus anhand des J.D.I. Panels erfasst.

 Inhaltsverzeichnis

Auswahl der Betreuer/innen

Der Auswahlprozess beinhaltet :

Den ausgefüllten Bewerbungsbogen

Dieser umfasst:

  • Grundinformationen über die Bewerberin und evtl. andere im Haushalt lebende Familienangehörige
  • Eine schriftliche Einverständniserklärung der Bewerberin, dass Auskünfte und Referenzen eingeholt werden können

Folgende Referenzen und Auskünfte werden eingeholt:

  • Nachweis des Einverständnisses des Hypothekengebers oder die Erlaubnis des Hausbesitzers, damit die Stabilität der  Einrichtung gegeben ist
  • Nachweis des Einverständnisses der Versicherungsgesellschaft
  • Gesundheitszeugnis
  • Komplett ausgefüllter Fragebogen
  • Zwei Referenzen von Personen, die die Bewerberin seit mindestens zwei Jahren kennen.
Assessment Periode
  • Die Dauer dieses Zeitraumes hängt davon ab, wie viel Zeit benötigt wird, um die erforderlichen Informationen zu bekommen, der Verfügbarkeit der erforderlichen Schulungsmaßnahmen und der Zeit, die der Projektmitarbeiter benötigt, um die Person kennen zu lernen und den Hintergrundbericht zu schreiben.
  • Ein wichtiger Teil des Assessments besteht darin, dass die Bewerberin drei Tage in drei verschiedenen, anerkannten Betreuungshaushalten verbringt.
  • Der Projektmitarbeiter muss sich ein Bild darüber machen können, ob die Bewerberin die Einstellung, Qualität und Kompetenzen hat, die die Gäste benötigen. Sie sollte außerdem über die erforderlichen Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen, um den auf sie zukommenden Aufgaben gewachsen zu sein.
  • Der vollständige Assessment-Bericht sollte mit der Bewerberin besprochen werden, bevor er dem Anerkennungs-Gremium vorgelegt wird.

 

 

Anerkennungsprozess vor einem unabhängigem, qualifiziertem Gremium

 

  • Die Entscheidung über die Anerkennung wird von einem qualifizierten und erfahrenen Gremium getroffen, das mit dem Assessment-Prozess nichts zu tun hatte und von der J.D.I. berufen wurde. Das Gremium verfügt über klare Bestimmungen hinsichtlich der übernommenen Rolle, seiner Verantwortung und Befugnisse.
  • Wenn der Eindruck entsteht, dass ein Gespräch mit dem gesamten Gremium die Bewerberin zu sehr einschüchtert, können zwei Mitglieder für eine Besprechung mit ihr ausgewählt werden.
  • Ehrenamtliche brauchen die Besprechung nicht durchzuführen, es sei denn, sie wollen in ihrem eigenen Haushalt arbeiten.
  • In schwierigen Fällen wird ein Rechtsmittelverfahren eingeleitet, zu dem eine fachkundige Person, die nicht in das Anerkennungsverfahren eingebunden ist, hinzugezogen wird. Jede/r Bewerber/in wird über ihre/seine Rechte informiert und hat die Möglichkeit, gegen die Empfehlung und/oder Entscheidung des Gremiums Widerspruch einzulegen.
  • Alle Bewerberinnen müssen eine mindestens drei Monate dauernde Probezeit durchlaufen.
  • Wenn dies erfolgreich geschehen ist, wird ein Beschäftigungs-Therapeut das Haus der Bewerberin besuchen und einen Bericht anfertigen. Er wird insbesondere darauf eingehen, ob die Unterkunft den nationalen Mindest-Standards und den Bedürfnissen der Gäste entspricht. Die Kosten für erforderliche Umbaumaßnahmen werden ermittelt und die Arbeiten durchgeführt. Kleinere Maßnahmen werden über das Budget der J.D.I. finanziert, über größere Maßnahmen muss verhandelt werden.

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Förmliche Einführung in das Betreuungsmodell

 Einführungstraining

 Mit Einführung in folgende Inhalte wird die Assessment-Periode beendet:

  • Philosophie, Ziele und Art der Dienste
  • Wie die Ziele erreicht werden können und wie die Dienste in der Praxis arbeiten
  • Grundsätze und Handlungsweisen der Home from Home Modelle
  • Haltungen und Werte, einschließlich Vertraulichkeit
  • Rolle und Verantwortung.
Laufendes Training (erfolgt nach der Anerkennung)
  • Gesundheit und Sicherheit
  • Umgang mit Menschen mit Demenz (Pflege und Betreuung)
  • Umgang mit Medikamenten
  • Verschwiegenheit
  • Geschäftliche Angelegenheiten (Steuern, Versicherungen)
  • Chancengleichheit
  • Anti-Diskriminierungs-Strategie
  • Erste Hilfe im Notfall
  • Infektionskrankheiten beachten
  • Lebensmittelhygiene
  • Bewegen und Spielen
  • Quellen für zusätzliche Information und Unterstützung
  • Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Familien
  • Kontakt zu anerkannten Betreuerinnen
  • Zeit mit demenzkranken Gästen verbringen
  • Dokumentation

 

Die folgende Ausstattung erhalten die Betreuerinnen für das Haus:

 

  • Feuerdecken
  • Hilfsmittel für das Badezimmer, wie vom Beschäftigungs-Therapeuten empfohlen
  • Tagebuch
  • 100 Pfund für sonstige Ausstattungsgegenstände
  • abschließbare Akten-Boxen für die Berichte
  • Erste-Hilfe-Ausstattung.

   Inhaltsverzeichnis

Rolle und Kompetenzen der Home from Home Betreuerinnen

 Es ist wichtig, dass Sie ihre eigene Rolle und Kompetenzen kennen, und die der anderen.

 Für Sie als Betreuerin ist es wichtig, dass Sie

  • die Hauptziele des Betreuungsmodels, die im Betreuer-Handbuch und –Vertrag beschrieben sind, kennen.
  • garantieren, auf die Bedürfnisse der Gäste während des Aufenthaltes bei Ihnen einzugehen. Bedürfnisse und Verhaltensweisen, mit denen Sie nicht klar kommen, müssen mit den Projektmitarbeitern oder anderen zuständigen Berufsgruppen besprochen werden.
  • mit Notfällen umgehen können und wissen, wohin Sie sich wenden müssen, wenn ein Notfall außerhalb der normalen Bürozeiten auftritt.
  • familiär und entsprechend unseren aktuellen Handlungsanleitungen mit den Gästen umgehen und sie in einer angemessenen Art und Weise erklären können.
  • falls Sie ein Auto benutzen, das MOT-Zertifikat, den Führerschein, die Steuerbescheinigung und Versicherung für eine Überprüfung bereithalten.
  • Aufbau, Weiterführung und Gebrauch der Berichte entsprechend den gesetzlichen Anforderungen handhaben und den Datenschutz beachten.
  • die Gäste über jeden vorgesehenen Besuch der Projektmitarbeiter informieren und sicherstellen, dass sie mit ihnen reden können, wenn sie es möchten.
  • am Anfang die Öffnungszeit mit der Projekt-Mitarbeiter besprechen und diese flexibel handhaben. Die Aufnahme der Gäste sollte sehr allmählich geschehen, damit sich die Beziehung entwickeln und beobachtet werden kann, ob sich der Gast wohl fühlt. Es wird erwartet, dass Sie den Gast in seinem Zuhause besuchen, um ihn, seine Angehörigen und seine Lebensumstände kennen zu lernen. Dies wird erleichtert durch einen Fragebogen, ein Risiko-Assessment, einen Biografiebogen und ein Medikamenten-Formular. Die zuständige Gemeindepflegerin sollte über diesen Vorgang informiert werden.

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Unterstützung und Begleitung der Betreuerinnen

 

Das Handbuch mit Ihrem Dienstvertrag, die Pflegestandards für das AP-Modell, das Einführungstraining und die weiteren Fortbildungen sind die Schlüsselwerkzeuge für Ihre Arbeit. Arbeitsgrundlage ist entweder ihre eigene Wohnung oder die Wohnung einer Kollegin, Freundin oder Verwandten. Sie können als Freiwillige oder als Selbständige tätig werden. Wie immer Sie es auch betrachten, Betreuerinnen bieten eine Dienstleistung an, die durch ihre Ideen und Interessen, das Training, ihren beruflichen Hintergrund, ihre  Persönlichkeit und ihr Familienleben geprägt wird. Die Bedeutung der eigenen Wohnung ist eine der Stärken des Projekts, es macht jedes Angebot einmalig und gibt jeder  Betreuerin die Möglichkeit zur kreativen Entfaltung, aber auch die Verpflichtung zur Verantwortung. Hinzu kommt die Tatsache, dass die AP-Betreuerinnen im Namen des Councils ausgewählt und verpflichtet wurden, eine Dienstleistung anzubieten, die bestimmte Haltungen, Werte, Standards und Vorgehensweisen beachtet.

   Inhaltsverzeichnis

 

Der Betreuer-Vertrag

 Der schriftliche Vertrag definiert die Rollen und Verantwortlichkeiten beider Partner, des Councils und der Betreuerin, sowie die Anforderungen des Projekts an die Betreuerin.

 Zentraler Vertragspunkt ist die Anforderung, die Tagesgäste zu vollen Familienmitgliedern zu machen mit dem gleichen Anspruch auf Privatsphäre, Bewegungsfreiheit und Wahlmöglichkeiten.

   Inhaltsverzeichnis

 

Unterstützung der Betreuerinnen

 

·         Das Projekt garantiert, dass Sie die für Ihre Arbeit erforderliche Unterstützung bekommen.

·         Sie werden einem Projekt-Mitarbeiter zugeordnet, der regelmäßig mit Ihnen Kontakt aufnimmt.

·         alle 6 bis 8 Wochen finden Treffen der Betreuerinnen statt, in denen Themen nach deren Wünschen besprochen und über die Protokolle angefertigt werden.

·         Das Projekt bietet zusätzliche Unterstützung und rechtliche Beratung an, um die gewünschte Qualität in der Betreuung sicher zu stellen.

·         Das Projekt unterstützt die Betreuer darin, untereinander in Kontakt zu treten und fördert gemeinsame Treffen.

·         Über die Honorarzahlungen und die Zahlungsmodalitäten bekommen Sie schriftliche Informationen.

 

Die jährliche Überprüfung des Betreuungshaushalts

 Eine Überprüfung wird einmal jährlich vor Ort durchgeführt. Diese beinhaltet:

  • Evaluation der Betreuungsarbeit vor Ort auf Einhaltung der vertraglichen Vorgaben und der nationalen Betreuungsstandards (Qualitätssicherung).
  • Entwicklung und Trainingsbedarf der Betreuerin
  • Evaluation der Begleitung und Unterstützung durch die Projektmitarbeiter
  • Alle erforderlichen Aktualisierungen der formalen Prüfungen.
  • Spezielle Prüfungen: Rauchmelder, Erste-Hilfe-Ausstattung, Feuerdecken, Unfallbuch, Tagebuch, Beschwerdeverfahren-Merkblätter, Brandverhütungsmaßnahmen.

Über die Besprechung wird ein Bericht verfasst, der die Sichtweise von

  • Betreuerin
  • anderen Haushaltsmitgliedern, sofern vorhanden,
  • den anwesenden Gäste und
  • des Projekt-Mitarbeiters

enthält.

Die Betreuerin erhält die Gelegenheit, den Bericht zu lesen und Kommentare hinzuzufügen, bevor er vor dem offiziellen Gremium beraten wird. Falls der Bericht eine Empfehlung zur Beendigung der Anerkennung enthält, wird die Betreuerin über ihr Recht auf Widerspruch informiert.

Sollten sich größere Veränderungen im Umfeld der Betreuerin ergeben, z.B. eine Beschwerde über Misshandlung oder eine Vernachlässigung mit anschließendem Ermittlungsverfahren, muss eine sofortige zusätzliche Überprüfung durchgeführt werden.

Für die zusätzliche Betreuungskraft wird eine separate jährliche Überprüfung durchgeführt.

   Inhaltsverzeichnis

 Fortbildung und Entwicklung der Betreuerinnen

 Ihr Fortbildungsbedarf wird am Anfang mit dem zuständigen Projektmitarbeiter festgelegt. Vorraussetzung ist, dass sie die Fähigkeiten und das Wissen haben, um den Zielen der häuslichen Tagesbetreuung, den Pflege- und Betreuungsstandards und den wechselnden Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden.

 Es wird die Möglichkeit geboten, zusätzlich eine SVQ oder eine andere national anerkannte Pflegequalifikation für die Arbeit zu erwerben.

 Sollte durch den veränderten Gesundheitszustand der Gäste, die das Haus besuchen, ein Einsatz technischer- oder sonstiger Hilfsmittel erforderlich werden, stellt das Projekt durch ein zusätzliches Training sicher, dass sie damit angemessen umgehen können.

 Zielsetzung des Projekts ist es, jährlich 2 Tage Fortbildung und 2 abendliche Treffen für alle im Projekt eingesetzten Betreuerinnen anzubieten. Für die Treffen wird eine fachliche Begleitung angeboten.

  Inhaltsverzeichnis

 

Qualitätssicherung

Die neuen Pflege- und Betreuungsstandards für unsere Tagesbetreuungsmodelle sollen demonstrieren, dass unsere Angebote einen hohen Standard haben und den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen.

Die Qualitätssicherung für dieses Projekt ist deshalb nicht eine einzelne Intervention sondern vielmehr ein ständiger Prozess, bei dem der zuständige Projekt-Mitarbeiter auf verschiedenen Ebenen mitbekommt, wie die Arbeit läuft. Die Qualitätssicherungsinstrumente sind in anderen Teilen des Handbuchs bereits beschrieben und beinhalten z.B.:

 

  • die jährliche Überprüfung der einzelnen Haushalte und die Besprechung der Berichte in dem Anerkennungs-Gremium (in der Regel vorgestellt von einem Projekt-Mitarbeiter, der nicht für den Haushalt zuständig ist).
  • Die Überprüfung des Wohlbefindens der Gäste (unterstützt durch die Angehörigen und Pflegemanager)
  • Home-from-Home-Gruppen
  • Besuch von Gremien-Mitgliedern in den Haushalten
  • Berichte der anderen Familienmitglieder
  • Regelmäßige Unterstützung und unangemeldete Besuche durch die Projekt-Mitarbeiter
  • Jährliche Evaluation der Haushalte
  • Unangemeldete Besuche interessierter Mitglieder
  • Rückmeldung anderer Dienste/Behörden
  • Regelmäßige Überprüfung der Fortbildung
  • Teilnahme der Betreuerinnen an Konferenzen mit der Dienststelle
  • Forschung.

   Inhaltsverzeichnis

 

Beschwerdeverfahren

Das Council hat ein formales Beschwerdeverfahren, das allen Dienstleistungsnutzern zugänglich ist, unabhängig davon:

  1. Wer sie sind ... und egal welchen Alters, Geschlechts, welcher Rasse, Religion, sexueller Orientierung oder körperlichen Fähigkeiten;
  1. Wo sie wohnen ... ob in einem gekauften, gemieteten Haus oder einer Sozialwohnung, alleine lebend oder mit anderen, im Krankenhaus oder im Gefängnis.

Es ist ihr Recht, sich zu beschweren und ihre Beschwerden werden in Übereinstimmung mit dem Verfahren untersucht. Es ist wichtig, dass sich die Gäste ihrer Rechte bewusst sind und dass sie Gelegenheit bekommen, ihre Unzufriedenheit mit der erhaltenen Dienstleistung auszudrücken. Das kann beinhalten, dass sie einen unabhängigen Fürsprecher benötigen, dies wird vom Projekt unterstützt.

Eine Aufzeichnung über das Beschwerdeverfahren mit allen Unterlagen über die Ermittlungen und durchgeführten Maßnahmen wird vom Projekt-Manager kontrolliert und aufbewahrt.

(siehe Anhang K 5 der Kopie der Beschwerdebroschüre)

   Inhaltsverzeichnis

 

Finanzielle Informationen

 Einführungsphase

 Sobald Sie als Betreuerin anerkannt sind, ist es wichtig, dass Sie sich als Selbständige anmelden. Sie werden das Formblatt CWF1 ausfüllen müssen welches im Starter-Up-Paket enthalten ist oder unter der Tel.-Nr. 0845 915 4515 bestellt werden kann. Freiwillige Betreuerinnen (RHH) müssen ebenfalls registriert werden. Alle weiteren Einzelheiten über die Bezahlung von Steuern und nationalen Versicherungsbeiträgen können in der Broschüre „Informationen für Betreuer – Einkommen und Kosten, Steuern und nationale Versicherungsbeiträge“. (siehe Anhang H) gefunden werden.

Honorar

 Diejenigen, die selbständig sind, erhalten ein Entgelt für die Bereitstellung des Angebotes für einen vereinbarten Zeitraum im Jahr. Der Betrag richtet sich nach der SCP 20 für Betreuerinnen, die ihr Haus öffnen (RHH) und SCP 9 für Betreuerinnen, die als zusätzliche Unterstützung in einem Haushalt mitarbeiten (CHH oder PHH). Diese Skalen beinhalten eine jährliche Steigerung der Vergütung. Sie beinhalten ebenso, dass die Betreuerinnen alle eine ähnliche Arbeit verrichten. Zeiten für Ausbildung, Besprechungen, Einführungen und Betreuerinnen-Treffen werden gesondert vergütet. Diese müssen sorgfältig aufgezeichnet und alle drei Monate angefordert werden. Die Honorare und Aufwandsentschädigungen werden 14-tägig bezahlt.

 Aufwandsentschädigungen

 Aufwandsentschädigungen für die Gruppe berechnen sich nach der Anzahl der betreuten Gäste. Es gibt pro Tag einen Betrag in Höhe von 20 Pfund für das Öffnen des Hauses und weitere 3 Pfund für Ausflüge und Ausstattung. Dazu kommen 4 Pfund für jeden anwesenden Gast. Die Aufwandsentschädigung wird nach dem Durchschnitt der betreuten Gäste für sechs Monate berechnet und 14-tägig bezahlt, zusammen mit dem Honorar. Der Betrag wird nach drei Monaten überprüft und gegebenenfalls angepasst.

 Berechnungsbeispiel (von mir) für die Betreuung von 4 Gästen an 2 Tagen pro Woche:

 Pro Tag: 23 Pfund Grundbetrag + 16 Pfund für 4 Gäste = 39 Pfund x 2 Tage = 78 Pfund, etwa € 121,68 pro Woche, € 486,72 pro Monat. Das Betreuungshonorar kommt noch hinzu.

 AP-Betreuerinnen (RHH) mit Freiwilligenstatus bekommen zusätzlich 5 Pfund pro Tag für ihrer persönlichen Ausgaben.

Freiwillige, die dem „Home-from-Home“ ihre Zeit spenden, bekommen ebenfalls 5 Pfund pro Tag um persönliche Kosten auszugleichen, sie werden direkt von der J.D.I. bezahlt.

 Diese Kosten werden so schnell wie möglich erstattet, aber das Verfahren kann bis zu zwei Wochen dauern.

Kostenanforderung

Die Betreuerin, die ihr Haus öffnet (RHH), ist dafür verantwortlich, dass die Kosten für die Gäste regelmäßig angefordert werden. Wenn, egal aus welchem Grund, die Gruppe nicht im Haus ist, bekommen die für diesen Tag eingeteilten Betreuerinnen trotzdem die Aufwandsent-schädigung, das muss aber quittiert werden. Beigefügt werden muss auch die wichtigste Grundinformation, warum die Gruppe nicht stattgefunden hat.

Wohlfahrts-Leistungen (Welfare Benefits)

Die Beschaffenheit des Modells macht es sehr schwierig für Leute, die Sozialhilfe bekommen. Wenn Sie eine Berufsunfähigkeits-Rente beziehen, zum Beispiel wegen einer Krankheit, können Zweifel an der Rechtmäßigkeit entstehen, wenn Sie sich als eine AP-Betreuerin bewährt haben. In einigen Fällen konnten hier individuelle Lösungen gefunden werden. Es gibt z.B. ein „therapeutisches Einkommen“, welches Leuten mit Erwerbsunfähigkeitsbezügen erlaubt, eine bezahlte Arbeit im begrenzten Umfang zu übernehmen, ohne die Rente zu beeinflussen. Wenn eine Betreuerin Leistungen der Hilfe zum Lebensunterhalt bezieht, wird die Bezahlung, die sie für die Betreuung von Gästen erhält, die keine Familienmitglieder sind, nicht berücksichtigt, sofern die Betreuung durch eine anerkannte Behörde organisiert wird.

(Siehe Einkommenssicherung, allgemeine Vorschriften 1987 Anhang 9 Paragraf 27)

(Siehe Anschreiben im Anhang H“)

Spenden

Einige Betreuerinnen führen Fundraising-Events durch, um zusätzliche Geldmittel für besondere Ausflüge oder Ausstattungen zu bekommen. Andere mögen kleine Geschenke von dankbaren Angehörigen erhalten. Wieder andere spenden an einen Fond, der eingerichtet wurde, um neue Dienstleistungen oder Projekte zu entwickeln.

Jeder größere Betrag kann auf ein Spendenkontos beim Falkirk Council eingezahlt werden, die Betreuerinnen können aber auch ein eigenes Spendenkonto eröffnen. So oder so, weil Sie mit öffentlichen Geldern umgehen, müssen Spendeneingänge mit dem Projekt-Mitarbeiter besprochen, im Jahresbericht erwähnt und die Geschäftsbücher zur Buchprüfung geöffnet werden.

Fahrdienst

Der Fahrdienst für die Gruppenmitglieder ist in jedem Council-Bezirk unterschiedlich geregelt. Die meisten Betreuerinnen haben freiwillige Fahrer oder örtliche Taxi-Unternehmen, die als ein Teil des Teams betrachtet werden. Der Transport der Gäste wird anfangs mit dem Projekt-Mitarbeiter besprochen, aber die späteren Arrangements werden direkt mit der AP-Betreuerin verhandelt. Wird der Transport von den Betreuerinnen durchgeführt, erhalten sie dafür die festgelegte Kostenerstattung.

Für jedes Gruppenmitglied wird eine Risiko-Einschätzung benötigt, ob es alleine im Auto oder Taxi transportiert werden kann oder eine Begleitung erforderlich ist. Die anfängliche Beurteilung wird bei der Aufnahme gemacht und ist Teil des Aufnahme-Formulars.

Die Betreuerinnen erhalten ihre Fahrt zum Betreuungshaushalt und zurück nicht bezahlt.

Alle Betreuerinnen bekommen die Fahrtkosten zu den Fortbildungen erstattet.

Es ist wichtig, dass Sie Informationen über jeden Gast verfügbar haben, wenn die Gruppe einen Ausflug macht. Eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sollte immer greifbar sein.

Versicherung

Als anerkannte „Dienststelle“ sind Sie versichert durch die Grundversicherung des Council. Diese beinhaltet den Personen-Unfall-Schutz, die Einzelheiten können im J.D.I.-Büro eingesehen werden. Sie können dann entscheiden, ob die vorhandene Deckung für Ihren Bedarf ausreichend ist oder ob Sie auf eigene Kosten eine zusätzliche Personen-Unfall-Versicherung abschließen. Die Haftpflichtdeckung des Council´s bietet eine Haftungssumme von 20.000.000 Pfund. Gemäß der Police werden Leistungen fällig, falls ein Schaden durch irgendeine Fahrlässigkeit entsteht und das Council oder Sie selbst, als Dienstleisterin für das Council, dafür haftbar gemacht werden.

Schäden am Eigentum der Betreuerin verursacht durch den Gast und jeder Unfall des Gastes der durch die Struktur des Haushalts verursacht wurde, müssen durch die Hausratsversicherung des Haushalts versichert werden. Die Versicherung muss schriftlich über die Absicht, diese Art der Betreuung im Haus durchzuführen, informiert werden und eine schriftliche Erlaubnis erteilen.

Ebenso muss Ihre Auto-Versicherungs-Gesellschaft schriftlich informiert werden, wenn Sie oder irgendein Familienmitglied am Transport beteiligt ist. In dere Auto-Haftpflicht-Police muss vermerkt sein, dass das Auto für geschäftliche Zwecke verwendet werden kann.

(siehe Brief im Anhang J)

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Verhalten in einem Notfall

Verfahrensweise bei Notfällen zwischen Montag und Freitag 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr:

  • Verbindung aufnehmen mit dem J.D.I. Telefon 01324 501730. Falls der zuständige Projekt-Mitarbeiter nicht da ist, versuchen, ihn über das Handy zu erreichen. Wenn das nicht gelingt, mit einem anderen Projekt-Mitarbeiter oder dem Team-Manager sprechen.
  • Wenn niemand greifbar ist, Verbindung zum Sozialarbeiter des Gastes aufnehmen. Die Telefonnummer steht auf dem Aufnahmeformular.
  • Wenn dieser nicht verfügbar ist, mit dem Seniorenberater, dem diensthabenden Polizisten oder dem Team-Manager mit der gleichen Telefonnummer Kontakt aufnehmen. Betonen, dass es dringend ist.

Verfahrensweise bei Notfällen außerhalb der Bürozeiten:

  • Verbindung mit dem J.D.I.-Manager oder dem zuständigen Projekt-Mitarbeiter aufnehmen, wenn erreichbar.
  • Wenn niemand erreichbar ist, das NOTFALL-TEAM des Sozialdienstes anrufen. Der Notfall-Helfer wird nicht immer sofort da sein, aber man kann per Funk Verbindung aufnehmen bzw. der Telefonist kann ihn erreichen, um so bald wie möglich zurückzurufen  Tel.: 0176 470500.
  • Die Alzheimer Scotland-Action on Dementia betreibt ein 24-Stunden-Hilfe-Telefon, wo Sie mit jemandem sprechen können, der versteht und Informationen über Hilfsmöglichkeiten geben kann. Die kostenlose Telefonnummer ist: 0800-317-317.

Das Folgende sollte berichtet werden:

  1. Verletzungen oder ungewöhnliche Merkmale am Körper des Gastes.

Beachte außerdem: Anhang K 3 , Leitfaden des Councils über Misshandlungen

  1. Aggressive oder Unruhe stiftende Verhaltensweisen.

Beachte außerdem: Anhang K 1, Verfahrensweise des Councils über einschränkende Maßnahmen.

  1. Plötzliche Erkrankungen

Verbindung aufnehmen mit Ihrem eigenen Hausarzt oder dem Hausarzt des Gastes.

Zu beachten sind außerdem die oben beschriebenen Notfall-Verfahrensweisen.

Besprechen Sie mit dem Projekt-Mitarbeiter oder anderen Experten, wie die Familie informiert werden soll. Das kann unterschiedlich sein, abhängig von den individuellen Umständen.

  1. Unfälle

Zuerst medizinische Hilfe holen. Wenn das Leben des Gastes in Gefahr ist, wird der Arzt wissen, was zu tun ist.

Zu beachten sind außerdem die oben beschriebenen Notfall-Verfahrensweisen.

Besprechen Sie mit dem Projekt-Mitarbeiter oder anderen Experten, wie die Familie informiert werden soll. Das kann unterschiedlich sein, abhängig von den individuellen Umständen.

  1. Ein Gast wird vermisst

Es wird erwartet, dass die Gäste angemessen beaufsichtigt werden und normalerweise sollte bemerkt werden, wenn jemand hinausgeht. Wie auch immer, wenn ein Gast vermisst wird:

·         Sofort Haus und Garten kontrollieren.

·         Die unmittelbare Nachbarschaft des Hauses kontrollieren.

·         Die Polizei verständigen. Die Entscheidung, wann die Polizei informiert werden sollte, hängt von Ihren Erfahrungen mit dem Gast und seiner Routine ab. Die Polizei wird eine Beschreibung des Gastes benötigen, wann er das letzte Mal gesehen wurde, welche Bekleidung er getragen hat usw. Ein aktuelles Foto des Gastes und eine Auflistung der Orte, an die er gehen könnte, zum Beispiel frühere Wohnadressen, die Adresse des früheren Arbeitsplatzes oder bevorzugte Lieblingsplätze können hilfreich sein.

·         Zu beachten sind außerdem die oben beschriebenen Notfall-Verfahrensweisen.

·         Besprechen Sie mit dem Projekt-Mitarbeiter oder anderen Experten, wie die Familie informiert werden soll. Das kann unterschiedlich sein, abhängig von den individuellen Umständen.

 

  1. Tod des Gastes

Hoffentlich wird dieses Verfahren nicht benötigt, aber es ist beruhigend, genau zu wissen, was in einer solch schwierigen Zeit getan werden sollte.

  • Verbindung aufnehmen mit dem Hausarzt. Er wird das weitere Vorgehen, entsprechend den Umständen des Todes, einleiten. Ein unerwarteter Tod liegt vor, wenn der Gast seinen Hausarzt innerhalb der letzten 15 Tage vor dem Tod nicht gesehen hat. Der Hausarzt wird den Kontakt zur Polizei herstellen, die ihnen Fragen stellen wird. Es wird standardmäßig ein Bericht für die Behörde erstellt.
  • Sofern keine verdächtigen Umstände vorliegen und die Todesursache klar ist, kann der Arzt während des Besuchs den Tod amtlich bescheinigen.
  • Im Falle eines Unfalltodes wird Ihnen die Polizei auf jeden Fall Fragen stellen und einen Bereicht für die zuständige Behörde erstellen. Als Ergebnis wird in der Regel ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
  • Zu beachten sind außerdem die oben beschriebenen Notfall-Verfahrensweisen.
  • Besprechen Sie mit dem Projekt-Mitarbeiter oder anderen Experten, wie die Familie informiert werden soll. Das kann unterschiedlich sein, abhängig von den individuellen Umständen.
  • Im Falle eines Unfall-Todes es oder eines ungewöhnlichen Todes wird die Leiche polizeilich beschlagnahmt.

Wenn der Tod zu erwarten war und vom Hausarzt amtlich bescheinigt wurde, wird die Leiche normalerweise, auch im Fall eines plötzlichen Todes, von einem Bestattungs-unternehmen abgeholt. Fall es nicht möglich ist, mit der Familie Verbindung aufzunehmen, sollte der Transport der Leiche mit dem Projekt-Mitarbeiter oder anderen Experten vorab besprochen werden. Genaue Informationen über etwaige, für den Verstorbenen wichtige religiöse Rituale, sollten verfügbar sein, um das Begräbnis zu arrangieren.

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 Grundsätze und Verfahrensweisen

 Die Grundsätze und Verfahrensweisen des Home-from-Home Projekts stimmen mit den Bestimmungen und anerkannten fachlichen Standards überein. Sie sollten aktuelle Kopien von allen Grundsätzen, Handlungsweisen und Praxisanleitungen haben.

Vertraulichkeit

 Wenn Sie den Gast und seine Familie kennen lernen, werden Sie persönliche Informationen über ihn und seine Lebensverhältnisse bekommen und evtl. auch verschiedene Familiengeheimnisse erfahren. Diese vertraulichen Informationen sollten nicht weiter gegeben werden, z.B. an Verwandte oder Nachbarn.

Sie können entscheiden, dass ein Geheimnis die Sache der Familie ist. Aber wenn Sie glauben, dass irgendjemand in Gefahr ist und/oder sehr verzweifelt, sollte das mit dem Projekt-Mitarbeiter besprochen werden.

Alle Aufzeichnungen müssen genau, sicher und vertraulich sein. Wenn der Gast aus der Betreuung ausscheidet, werden die Aufzeichnungen dem Projekt-Mitarbeiter/J.D.I.-Büro übergeben.

Medikamentöse Behandlung

 Gesonderte Richtlinien sind vorhanden können im Anhang K 2 gefunden werden.

Unterschriftsberechtigung – medizinische/chirurgische Vorgänge

 Wenn der Gast nicht in der Lage ist, medizinischen oder chirurgischen Eingriffen zuzustimmen, liegt es nicht in Ihrer Kompetenz, die Zustimmung mündlich oder schriftlich zu erteilen. Diese Verantwortlichkeit liegt bei einem benannten Angehörigen oder der medizinischen Pflegekraft.

Wenn der Gast als „nicht geschäftsfähig“ diagnostiziert wurde,  keinen Angehörigen hat und häufig medizinische Eingriffe benötigt, kann es notwendig sein, ihm einen gesetzlichen Betreuer zur Seite zu stellen. Eine Einschätzung der Situation sollte mit dem örtlichen Team-Manager abgesprochen werden

Geschenke

 Grundsatz des Councils ist es, alle Geschenke bis auf geringfügige Aufmerksamkeiten abzulehnen. Finanzielle Zuwendungen sollten unter keinen Umständen angenommen werden.

Wenn irgendwelche Zweifel bestehen, bitte Verbindung mit dem Projekt-Mitarbeiter aufnehmen.

Umgang mit Geld

 Gäste sollten ermutigt werden, ihre finanziellen Angelegenheiten selbst zu regeln, falls erforderlich mit Unterstützung und Beratung durch die Betreuerin.

Sollte zur Regelung der finanziellen Angelegenheiten ein offizieller Betreuer erforderlich sein, stellt das Projekt sicher, dass eine Person gewählt wird, die unabhängig vom Projekt und der Hausbetreuerin ist.

Es sollte sicher gestellt werden, dass die Gäste auf ihre eigenen finanziellen Unterlagen Zugriff haben und um Rat fragen können. Im Haushalt ist für eine sichere Aufbewahrung von Geld und Wertgegenständen zu sorgen.

Die Betreuerinnen sollen nicht in Testamente verwickelt werden oder solche als Zeuge für den Gast unterschreiben.

Verschlossene Türen

 Wenn Sie die Gewohnheit haben, während Ihrer Anwesenheit die Türen als Schutz vor Einbrechern zu verschließen, sollte diese Methode fortgesetzt werden. Ein Gast könnte sich aber eingeschränkt oder sogar unterdrückt fühlen, wenn er die Tür von innen nicht öffnen kann. Es ist wichtig, dass dies im Rahmen der Risikoeinschätzung besprochen wird und ihm ein Hinausgehen ermöglicht wird, wenn er es wünscht.

Einschränkungen

 Eine Kopie der Falkirk Council Grundsätze über den Umgang mit Einschränkung von Gästen kann im Anhang K 1 gefunden werden.

Schutz vor Misshandlungen

 Gäste des Projekts sollen vor jeglicher Art der Misshandlung geschützt sein. Die Falkirk Councils-Grundsätze hierzu sind dem Anhang K 3 zu entnehmen.

 Jede vermutete oder ausgeführte Misshandlung oder Vernachlässigung muss sofort gemeldet werden.

 Umgang mit Alkohol

 Eine Kopie der Falkirk Council- Grundsätze über den Umgang mit Alkohol kann dem Anhang K 4 entnommen werden.

 Rauchen

 Siehe Anhang K

 Gegen erzieherische Maßnahmen

 Eine Kopie der Falkirk Council- Grundsätze über die Einschränkung der Gäste kann dem Anhang K 9 entnommen werden.

 Chancengleichheit

 Eine Kopie der Falkirk Council- Grundsätze über die Einschränkung der Gäste kann dem Anhang K 10 entnommen werden.

 
 
Schlussbemerkung

 

Wir hoffen, das Handbuch hat Sie mit einigen Informationen, die Sie als Betreuerin benötigen, versorgt. Es ist wichtig, die Verfahren, Schutzmaßnahmen und Handlungsweisen so detailliert darzulegen, damit Sie die Rahmenbedingungen für Ihre Diensterbringung kennen. Wie wir dargestellt haben, hängt der Erfolg hauptsächlich davon ab, ob Sie in der Lage sind, Beziehung zu den Gästen, die zu Ihnen kommen, aufzubauen. Nach unseren Erfahrungen ist es in den meisten Fällen gelungen, wertvolle Freundschaften zu gestalten und Vertrauen herzustellen.